Jeder von uns kennt diesen Moment: Man streichelt seine Katze und hält kurz inne. Fühlt sie sich nicht ein wenig wärmer an als sonst? Sofort schießen einem Gedanken durch den Kopf. Ist alles in Ordnung? Hat sie vielleicht Fieber? Die Körpertemperatur ist einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit unserer geliebten Vierbeiner. Sie ist ein stiller Kompass, der uns zeigt, ob im Inneren alles im Gleichgewicht ist.
In diesem Ratgeber möchten wir Dir die Sorgen nehmen und Klarheit schaffen. Wir erklären, welche Körpertemperatur bei Katzen normal ist, wie Du Fieber oder eine Unterkühlung erkennst und was Du im Notfall tun kannst. Doch über die akute Sorge hinaus ist die Körpertemperatur auch ein Spiegelbild des allgemeinen Wohlbefindens – und das beginnt mit einer liebevollen Haltung und einer nachhaltigen, hochwertigen Ernährung, die das Immunsystem Deiner Katze von innen heraus stärkt.
Was ist die normale Körpertemperatur bei einer Katze?
Zunächst die beruhigende Nachricht: Katzen sind von Natur aus wärmer als wir Menschen. Ihre normale Körpertemperatur liegt zwischen 38,0 und 39,2 Grad Celsius. Einige Quellen geben auch einen Bereich bis 39,0 °C oder 39,3 °C an. Wenn sich Deine Katze also für Deine Hand warm anfühlt, ist das meistens völlig normal.
Es gibt ein paar natürliche Schwankungen, die Du kennen solltest:
- Bei Kitten kann die Temperatur sogar bis zu 39,5 Grad betragen, ohne dass ein Grund zur Sorge besteht.
- Nach ausgiebigem Spielen und Toben oder in Stresssituationen (wie einem Tierarztbesuch) kann die Temperatur kurzzeitig ansteigen.
- Im Schlaf oder in tiefen Entspannungsphasen sinkt die Temperatur oft leicht ab.
Fieber bei Katzen: Wenn der Körper Alarm schlägt
Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine natürliche Abwehrreaktion des Immunsystems. Es zeigt, dass der Körper Deiner Katze aktiv gegen Krankheitserreger kämpft.
Fieber, Hyperthermie und Hitzschlag – was ist der Unterschied?
Es ist wichtig, diese drei Zustände zu unterscheiden:
- Echtes Fieber: Eine Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion oder Entzündung. Der Körper erhöht gezielt seine Temperatur, um Viren oder Bakterien zu bekämpfen.
- Hyperthermie: Eine Erhöhung der Körpertemperatur durch äußere Faktoren wie Stress, Anstrengung oder hohe Umgebungstemperaturen, ohne dass das Immunsystem beteiligt ist.
- Hitzschlag: Ein gefährlicher Wärmestau, bei dem die Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius ansteigt, oft durch direkte Sonneneinstrahlung oder Aufenthalt in überhitzten Räumen. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Symptome und Anzeichen für Fieber
Ab einer Temperatur von über 39,2 Grad Celsius spricht man bei einer Katze von Fieber. Ab 41 Grad wird es kritisch und kann zu Organschäden führen. Achte auf folgende Anzeichen:
- Apathie und Müdigkeit: Deine Katze zieht sich zurück, ist lustlos und schläft mehr als sonst.
- Appetitlosigkeit: Das Lieblingsfutter wird verschmäht.
- Verändertes Verhalten: Sie vernachlässigt die Fellpflege, ist unruhig oder reagiert gereizt.
- Körperliche Anzeichen: Zittern oder Schüttelfrost, schnelle Atmung oder Hecheln, eine trockene Nase und glasige Augen.
Der Mythos der warmen Ohren: Warme Ohren allein sind kein sicheres Zeichen für Fieber, da sie auch bei Aufregung oder in einer warmen Umgebung auftreten können. In Kombination mit anderen Symptomen sind sie jedoch ein wichtiger Hinweis.
Mögliche Ursachen für Fieber
Die Ursachen sind vielfältig und sollten immer von einem Tierarzt abgeklärt werden. Häufige Auslöser sind:
- Infektionen mit Viren (z. B. Katzenschnupfen, FIP, FeLV, FIV), Bakterien, Pilzen oder Parasiten.
- Entzündungen, zum Beispiel durch Bissverletzungen, Abszesse oder innere Erkrankungen wie eine Pankreatitis.
- Reaktionen auf Medikamente oder Impfungen.
- Tumore oder Autoimmunerkrankungen.
Unterkühlung (Hypothermie): Wenn die Wärme schwindet
Weniger häufig, aber genauso gefährlich ist die Unterkühlung (Hypothermie). Sie tritt auf, wenn die Körpertemperatur unter 37,5 bis 37,7 Grad Celsius fällt. Besonders gefährdet sind junge, alte, kranke oder sehr dünne Katzen sowie Freigänger bei nasskaltem Wetter.
Achte auf diese Symptome:
- Starkes Zittern, das bei fortschreitender Unterkühlung nachlassen kann.
- Schwäche, Muskelsteifheit und Teilnahmslosigkeit.
- Kalte Ohren, Pfoten und Schwanzspitze.
- Blasse Schleimhäute, ein schwacher Puls und eine flache Atmung.
Temperaturen unter 36 Grad sind lebensbedrohlich, bei Werten unter 33 Grad sind die Überlebenschancen sehr gering.
So misst Du die Temperatur Deiner Katze richtig
Um sicherzugehen, ist das Messen mit einem Thermometer unerlässlich. Die einzig zuverlässige Methode ist die rektale Messung. Messungen im Ohr sind oft ungenau und können für die Katze unangenehm oder sogar schmerzhaft sein.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Verwende ein digitales Fieberthermometer mit flexibler Spitze.
- Trage etwas Vaseline oder ein anderes Gleitmittel auf die Spitze auf.
- Bitte eine zweite Person, die Katze sanft festzuhalten und zu beruhigen.
- Führe das Thermometer vorsichtig ca. 1 bis 2,5 cm tief in den After ein.
- Warte auf das Signal des Thermometers und belohne Deine Katze danach ausgiebig.
Erste Hilfe und wann der Gang zum Tierarzt unerlässlich ist
Du solltest in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen, wenn die Temperatur über 40,5 °C oder unter 37,0 °C liegt, der Zustand länger als 24 Stunden anhält oder Deine Katze zusätzliche schwere Symptome wie Atemnot, Erbrechen oder starke Apathie zeigt.
Bis zum Tierarztbesuch kannst Du Erste Hilfe leisten:
- Bei Fieber: Biete einen kühlen, ruhigen Rückzugsort und sorge für ausreichend frisches Wasser, um einer Dehydration vorzubeugen. Kühle Umschläge an den Pfoten können bei leicht erhöhter Temperatur helfen.
- Bei Unterkühlung: Bringe Deine Katze an einen warmen, trockenen Ort. Wärme sie langsam auf, indem Du sie in eine Decke wickelst. Eine lauwarme (nicht heiße!) Wärmflasche kann helfen, aber vermeide abrupte Temperaturwechsel, um den Kreislauf nicht zu überlasten.
- Bei Hitzschlag: Bringe die Katze sofort an einen kühlen Ort und umwickle sie mit feuchten, kühlen (nicht eiskalten) Tüchern.

Die Rolle von nachhaltiger Ernährung für ein starkes Immunsystem
Ein gesundes Immunsystem ist die beste Verteidigung Deiner Katze gegen viele Krankheiten, die Fieber auslösen können. Die Basis dafür legst Du jeden Tag mit dem, was im Futternapf landet. Eine hochwertige, ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allem, was er braucht, um stark und widerstandsfähig zu sein.
Als bewusste Tierhalter treffen wir Entscheidungen, die nicht nur das Leben unserer Katze, sondern auch unseren Planeten beeinflussen. Eine nachhaltige Ernährung bedeutet, auf hochwertige Zutaten aus verantwortungsvoller Herkunft zu setzen. Das schont nicht nur Ressourcen, sondern stellt auch sicher, dass Deine Katze Nährstoffe in ihrer reinsten Form erhält. Ein gut versorgter Organismus kann seine Körpertemperatur besser regulieren und hat mehr Kraft, um Infektionen abzuwehren. Es ist eine Investition in die langfristige Vitalität und das Wohlbefinden Deines geliebten Familienmitglieds – eine Entscheidung aus Liebe zur Katze und zur Natur.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Körpertemperatur einer Katze
1. Kann ich meiner Katze menschliche Fiebermittel geben? Nein, auf keinen Fall! Viele Medikamente für Menschen, wie Aspirin oder Paracetamol, sind für Katzen hochgiftig und können tödlich sein. Verabreiche Medikamente nur nach ausdrücklicher Anweisung Deines Tierarztes.
2. Sind warme Ohren immer ein Zeichen für Fieber? Nicht unbedingt. Die Ohren einer Katze sind dünn und gut durchblutet, weshalb ihre Temperatur stark schwanken kann. Sie können auch warm sein, wenn die Katze aufgeregt ist oder in der Sonne lag. Betrachte sie als einen von vielen möglichen Hinweisen, aber nicht als alleinigen Beweis.
3. Wie kann ich Fieber bei meiner Katze vorbeugen? Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz. Regelmäßige Impfungen gegen gängige Infektionskrankheiten können das Risiko deutlich senken. Eine stressfreie Umgebung und vor allem eine hochwertige, nährstoffreiche Ernährung tragen entscheidend zur Gesundheit und Widerstandsfähigkeit Deiner Katze bei.
Zusammenfassung
Die normale Körpertemperatur Deiner Katze liegt zwischen 38,0 und 39,2 °C. Abweichungen nach oben (Fieber) oder unten (Unterkühlung) sind wichtige Warnsignale, die Du ernst nehmen solltest. Lerne, die Symptome zu deuten und die Temperatur korrekt rektal zu messen, um im Ernstfall schnell und richtig handeln zu können. Langfristig unterstützt Du die Gesundheit Deiner Katze am besten durch eine liebevolle Haltung und eine nachhaltige, hochwertige Ernährung, die ihr Immunsystem stärkt und für ein langes, vitales Leben sorgt.